Schulentwicklungsplan verdient seinen Namen nicht
Die FDP-Fraktion ist von vielen Punkten des Stadtratsbeschlusses nicht überzeugt.
Der Stadtrat hat am 27. Januar dem Schulentwicklungsplan zugestimmt. Es stellt sich die Frage, was denn nun überhaupt beschlossen wurde. 209 Seiten Text und Tabellen sollten eine gewisse Substanz vermuten lassen.
So wurde das ungeliebte Losverfahren für die gleichmäßige Verteilung der Schüler auf alle halleschen Gymnasien beschlossen. Die FDP-Fraktion stimmte letztlich zu, da die sehr starke Nachfrage für das Thomas-Müntzer-Gymnasium (Giebichenstein) mit einer Unterauslastung des Christian-Wolf-Gymnasiums (Neustadt) einhergeht. Würde die Stadt nicht reagieren, müsste das Christian-Wolf-Gymnasium mangels Schülern in den nächsten Jahren geschlossen werden.
Des Weiteren wurde eine Bedarfs- und Auslastungsanalyse für die halleschen Grund- und Förderschulen beschlossen. Auch dies hält die Fraktion für richtig und notwendig.
Der Rest des Schulentwicklungsplanes verdient den Namen nicht. Der Beschluss bezieht nur dort konkret Stellung, wo es bereits unabhängig vom Schulentwicklungsplan Entscheidungen gibt. Darüber hinaus bleibt er leider völlig undeutlich. Der Plan soll aber eine Grundlage für die Entwicklung der halleschen Schullandschaft darstellen. Diesem Anspruch entzieht er sich. Die Berufsschulen bleiben z. B. gänzlich unerwähnt.
Die fortdauernden Versuche der Stadtverwaltung die Förderschule „Am Jägerplatz“ an Stadtrat und Öffentlichkeit vorbei abzuwickeln, bieten auch für die Zukunft Gesprächsbedarf.
